Inklusion ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Fulda. „Jedes Projekt hat einen Anfang und ein Ende – das sind die Eigenschaften von Projekten“, sagte gestern der Projektleiter des Projektes Fulda Futur – („Mit und ohne Behinderung – gemeinsam geht Ausbildung und Arbeit“) Ulrich Nesemann vom Kommunalen Kreisjobcenter Fulda auf dem Theresienhof, der Fördergemeinschaft für Arbeit und Leben, unter dem Dach der Perspektiva gGmbH im osthessischen Fulda im gleichnamigen Landkreis auf der Abschlussveranstaltung zum Inklusionsprojekt „Fulda Futur“.

Nachdem das Projekt Fulda Futur nach einer gemeinsamen Antragstellung durch die Bundesagentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, den Landkreis Fulda, das Kommunale Kreisjobcenter Fulda sowie die Perspektiva gGmbH am 01.01.2015 an den Start gegangen war, endet das Projekt nun nach drei erfolgreichen Jahren am 31.12.2017. 59 Projekte bundesweit wurden und werden gegenwärtig noch im Kontext der Inklusionsinitiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur intensivierten Eingliederung und Beratung von Menschen mit Handicap mit bis zu 50 Mio. Euro für eine Zeitspanne von 3 Jahren gefördert. Berücksichtigt wurde Fulda Futur vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit einer Fördersumme von 350.000 Euro. „Das Besondere bei Fulda Futur ist, dass es hier nicht nur um die Integration in den Arbeitsmarkt geht. Es geht bei Fulda Futur bei allem doch umso viel mehr, es geht um einen ganzheitlichen Ansatz. In diesem Sinne war es uns besonders wichtig, Projekte, die schon auf den Weg bereitet wurden, weiterzuentwickeln. Auch ging es uns darum, Chancen zu eröffnen und Bewusstsein zu schaffen“, betonte am Dienstag im Rückblick auf die Anfänge des Projekts Projektleiter Ulrich Nesemann auf der vorerst letzten Veranstaltung zu Fulda Futur. Hier hob er auch das hervorragende Zusammenwirken der Projektpartner hervor, zu diesen neben der Bundesagentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, dem Kommunalen Kreisjobcenter- und dem Landkreis Fulda sowie die gemeinnützige Perspektiva GmbH auch das Fuldaer Gymnasium, die Freiherr-vom-Stein-Schule, oder die Kulturscheune des antonius-Netzwerkes Mensch gehören. „Dass, was das Projekt geleistet hat, die Ergebnisse, die Fulda Futur erzielt hat, geht weit über all das, was man sonst in Zahlen, Daten und Fakten messen- oder festhalten kann, hinaus. Fulda Futur hat ganz, ganz viele Menschen angesprochen und hat den Gedanken ‚Inklusion‘ nicht nur vorangetrieben, sondern auch weiterentwickelt. Wenn auch das Projekt am 31.12.2017 zu Ende geht, heißt das aber nicht, dass dann auch die Arbeit, die Fulda Futur nach sich zieht, beendet sein wird“, so Nesemann weiter, der abschließend seiner Gedanken, allen Beteiligten sowie aktiven Akteuren ein herzliches Wort des Dankes aussprach.

Projektkoordinator Joachim Penz von der Perspektiva gGmbH sprach am gestrigen Dienstag bei der Vorstellung der einzelnen Projekte von wertvollen, lehrreichen Erfahrungen – im Übrigen nicht nur für die Menschen mit Handicap. So habe das Projekt auch dazu beigetragen, dass ein Thema, wie Inklusion salonfähig wird. Im Besonderen lobte der Projektkoordinator die Fachkompetenzen der einzelnen Projektpartner, mit Fachwissen genau dort anzusetzen, wo auch ein Bedarf besteht.

„Das Projekt ist am Ende – nicht aber etwa die Aufgabe, die vor uns liegt und das ist – glaube ich – auch das Entscheidende bei diesem Projekt, zu sehen, dass auch etwas bleibt, das man Bewusstsein nennt. Wichtig ist auch – und das konnte man heute im Imagefilm sehr schön sehen – dass es wichtig ist, Chancen auch zu ergreifen. Menschen mit Handicap Perspektiven aufzuzeigen und zu ermöglichen, ist das eine, das andere ist es, die berühmt berüchtigten ‚Fuldaer Netzwerke‘ zu pflegen – diese hier mit guten Beispiel vorangehen und sich diesbezüglich zu engagieren. Perspektiva ist hier für alle Projektpartner ein sehr guter Koordinator gewesen. Jetzt gilt es, weiter zu machen; Aber auch darum, das Bewusstsein, das geschaffen wurde, weiter aufrecht zu erhalten, eben, dass Menschen mit Behinderung Chancen verdient haben und sie vor allem auch Chancen realisieren können“, sagte am Dienstag der Landrat des Landkreises Fulda Bernd Woide.

„Die Inklusion ist ein Thema, das immerzu eines war und nicht nur im Bewusstsein eines ist und immer eines bleiben wird. Ich glaube, Fulda Futur ist ein Projekt, das zur richtigen Zeit am richtigen Ort begonnen hat. Am richtigen Ort, weil wir hier ein Netzwerk haben, das sich immer schon mit dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt und den Menschen im Alltag befasst- und korrelierend dazu – auch Handlungsperspektiven aufgezeigt hat; Und zur richtigen Zeit, deshalb, weil wir im Moment ja auch in vielerlei Hinsicht – in der Gesellschaft, in den Betrieben – über Vielfalt sprechen und Vielfalt hat viele Gesichter. Herr Nesemann, was sie und ihr Team geleistet haben, ist absolut beispielhaft. Sie waren für all diese Menschen Impulsgeber, Türöffner und Begegnungs-Schaffer. Fulda Futur hat hier – im Vergleich zu anderen Städten und Regionen – ein wirklich hervorragendes Ergebnis erzielt, zu diesem Ergebnis, ich sie beglückwünsche“, sagte am Dienstag der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda Waldemar Dombrowski.

Ebenfalls gestern auf dem Theresienhof anwesend, waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand MdB und die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel. Beide, Wahlkreisabgeordneter Brand und Kömpel, hatten sich im Vorfeld für Fulda Futur und damit auch für den Erfolg des Inklusionsprojekts eingesetzt, sie fungieren damit als Unterstützer und Wegbereiter. „Die Besonderheit von Fulda Futur besteht – glaube ich darin -, dass es ein Gemeinschaftsprojekt gewesen ist, bei diesem alle mit angepackt haben. Ich darf an dieser Stelle auch im Namen von Kollegin Birgit Kömpel allen, die bei diesem Projekt beteiligt gewesen waren oder es auch aktuell noch sind, ein herzliches Dankeschön sagen. Fulda Futur ist eine Erfolgsgeschichte, die vor allen Dingen, Menschen, die besondere Unterstützung benötigen, unter die Arme greift, dazu braucht es Gemeinschaft auf beiden Seiten. Jetzt gilt es dort anzusetzen und dort anzuknüpfen, den erfolgreich beschrittenen Weg weiterzugehen, um weiter mit guten Beispiel voranzugehen, denn eines ist gewiss: Diejenigen, die Inklusion nicht wollen, die suchen Begründungen und diejenigen, die Inklusion wollen, die suchen Wege. Die positiven Beispiele zeigen, dass Inklusion und Teilhabe gelingt“, so Brand.

Rainer Sippel, Geschäftsführer des antonius-Netzwerks Mensch, sprach gestern allen Projektpartnern – insbesondere Projektkoordinator Joachim Penz von Perspektiva für sein leidenschaftliches Einbringen bei Fulda Futur – im Namen des Beirates und der Unternehmer unter dem Dach der Persepktiva gGmbH ein herzliches Wort des Dankes aus. Daneben lobte er die 36 vermittelten Arbeitsverhältnisse, die durch Fulda Futur ermöglicht wurden. Besondere Dankesworte galten auch dem Projektleiter Ulrich Nesemann, dem es wieder einmal gelungen war, Fördergelder nach Fulda zu bekommen. Fulda Futur hat – denke ich – gezeigt, dass es bei dem Thema Inklusion nicht nur um das Thema Arbeit geht. Es geht um Bildung und Kultur und es geht darum, Berührungsängste abzubauen und auch darum, die Inklusion als gesamtgesellschaftliche Haltung zu begreifen. Ich denke, Fulda Futur hat uns auch gezeigt und uns die Augen geöffnet, dass es wichtig ist, Inklusion als Aufgabe für uns zu verstehen und, wenn wir da weiterhin eng zusammenarbeiten, werden wir in Zukunft noch sehr viel bewegen können und hoffentlich noch lange besser als München sein.

Das Projekt Fulda Futur ermöglichte über 30 Menschen mit Handicap eine Integration in den Arbeitsmarkt. Auf ihm erfuhren sie nicht nur, was Pflicht und Arbeit bedeutet, sondern auch Gemeinschaft, Entfaltung und Leben. „Inklusiv vermittelt“, ein Folgeprojekt, gefördert mit 35.000 Euro durch die Commerzbank-Stiftung, steht schon bereit, um das, was Fulda Futur auf erfolgreich den Weg bereitete, zukünftig weiterzuentwickeln und zu fördern.

(Quelle: fuldainfo v. 29.11.2017 / Text: Jessica Auth)

 

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