Leistungsbezieher nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren – das ist eine Aufgabe und auch das übergeordnete Ziel des Kommunalen Kreisjobcenters des Landkreises Fulda. Die Heterogenität der Klientel erfordert ein vielschichtiges Maßnahmenpaket.

 Im Arbeitsmarktprogramm, das seit fünf Jahren vom Fachdienst Kommunaler Arbeitsmarkt aufgelegt und jährlich neu erstellt wird, sind Zielgruppen, Förderangebote und -instrumente, sowie die individuellen Ziele und Strategien genau definiert. „Das Arbeitsmarktprogramm bietet Information und Orientierung. Es richtet sich an unsere Kunden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters, Arbeitgeber sowie die Akteure, die den regionalen Arbeitsmarkt gestalten“, erläutert Ulrich Nesemann, Leiter des Fachdienstes Kommunaler Arbeitsmarkt.

Das Programm 2015 hat verschiedene Zielgruppen: Jugendliche, junge Erwachsene über 25 Jahre, Schwerbehinderte, Langzeitleistungsbezieher, (Allein)Erziehende, Fachkräfte sowie Asylbewerber und Flüchtlinge. Vier Millionen Euro stehen dem Kreisjobcenter in 2015 zur Verfügung, um Eingliederungsleistungen unterschiedlicher Art zu finanzieren. Zudem konnten laut Ulrich Nesemann weitere Fördermittel des Landes und des Bundes für einzelne Projekte akquiriert werden.

„Die Erstausbildung junger Erwachsener über 25 Jahren ist schon länger ein Schwerpunkt des Arbeitsmarktprogramms. Die Aktivierung und Vermittlung Jugendlicher, die Verbesserung der Integrationschancen Älterer und die Förderung von Alleinerziehenden sind Handlungsfelder, die bereits im Vorjahr von großer Wichtigkeit waren und auch in diesem Jahr weiter verfolgt werden“, so Nesemann. Die Integration schwerbehinderter Menschen in den ersten Arbeitsmarkt hingegen sei ein neues Handlungsfeld.

Ein Projekt, das die berufliche Inklusion von Menschen mit Handicap verstärken und anregen soll, ist „Fulda Futur“. Das Projekt wurde in diesem Jahr gestartet, hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda sowie Perspektiva umgesetzt. Damit eine angemessene Betreuung und Unterstützung der Schwerbehinderten möglich ist, wurde laut Nesemann die Personaldecke des Kreisjobcenters in diesem Bereich verstärkt.

Die Gruppe der Langzeitleistungsbezieher – das sind Personen, die länger als zwei Jahre Leistungen nach dem SGB II beziehen – befindet sich seit diesem Jahr erneut im Fokus der Arbeitsvermittler. „Diese Personengruppe in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren ist nicht leicht, denn hier kommen mehrere Probleme gleichzeitig zusammen. Fehlende Ausbildung, fehlende Mobilität, Sprachbarrieren, mittleres Alter und gesundheitliche Einschränkungen erschweren die Integration“, so Nesemann.
Um die sozialen Teilhabechancen dieser Personen zu  verbessern und eine nachhaltige Integration zu erreichen, wurden auch hier neue Mitarbeiter eingestellt, die Ansprechpartner für Firmen und Langzeitleistungsbezieher gleichermaßen sind. Die Teilnahme des Kommunalen Kreisjobcenter am ESF-Bundesprogramm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit ermöglicht den weiteren Ausbau dieses Schwerpunktes. 

Die Arbeitsmarktintegration von Asylbewerbern und Flüchtlingen, die eine Bleibeperspektive haben und Leistungen nach dem SGB II beziehen, ist der letzte Schwerpunkt im diesjährigen Arbeitsmarktprogramm. „Diese Aufgabe ist sehr komplex. Für diese Zielgruppe müssen wir spezielle Maßnahmen entwickeln und auch die Betriebe dafür sensibilisieren, welche Herausforderungen auf sie zukommen könnten“, sagt der Fachdienstleiter. „Da wir Integration nicht in wenigen Wochen erwirken können, wird die Eingliederung von Flüchtlingen in das Arbeitsleben einer unserer großen Schwerpunkte der nächsten Jahre sein.“

(Text und Foto: D. Heydenreich)

 

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