Arbeitsvermittler werben für die Altenpflege

(mw) Solange alle gesund sind, ist alles gut. Was aber, wenn der Vater plötzlich an Demenz erkrankt? Oder bei der Mutter ein unheilbarer Tumor diagnostiziert wird? Irgendwann kommen dann viele Angehörige an ihre Grenzen und nicht mehr drumherum, professionelle Pflegehilfe in Anspruch zu nehmen. Die Altenpflege ist in der Gesellschaft so ziemlich der wichtigste Job überhaupt, gleichwohl sein Ruf nicht besonders ist: viel zu tun und schlecht bezahlt. Um dieses Image aufzupolieren und den Beruf der Öffentlichkeit nahezubringen, haben das kommunale Kreisjobcenter Fulda und die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda am Mittwochmorgen zur mittlerweile fünften Altenpflegebörse ins Bonifatiushaus in Fulda-Neuenberg geladen.

Regionale Akteure im Bereich der Altenpflege, die nach der Begrüßung vom Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt an kleinen Ständen für das Berufsbild der Altenpflege warben, waren die Altenpflegeschulen von AWO, Caritas und BBZ, die Mediana Akademie, das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Altenpflegeausbildung Hessen, das Beratungsbüro für Erziehende sowie HessenCampus.

Markus Vogt, Sachgebietsleiter für Eingliederung beim kommunalen Kreisjobcenter, erklärte gegenüber OSTHESSEN|NEWS das Konzept der Veranstaltung: "Wir haben einerseits 300 jugendliche und erwachsene Ausbildungs- bzw. Arbeitssuchende ganz gezielt eingeladen, bei denen wir uns vorstellen können, dass sie sich in der Altenpflege gut machen würden. Und in den vergangenen vier Jahren haben sich von den Eingeladenen tatsächlich auch jeweils etwa 15 Prozent für diesen Beruf entschieden." Das könnten durchaus auch ältere Semester sein, sagt Vogt und verweist auf das Beispiel einer 58-Jährigen, die sich für diesen Beruf entschieden hat (siehe auch "Mehr zum Thema").

Mit der Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung könnten andererseits die personellen Löcher in der Altenpflege gestopft werden. Markus Vogt: "Allein im Bereich der Arbeitsagentur kommt auf zehn freie Stellen gerade mal ein Bewerber bzw. eine Bewerberin." Die Lage sei schon jetzt prekär und werde sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen: "Wir gehen davon aus, dass in unserem Beritt im Jahr 2035 über 800 Pflegekräfte fehlen werden."

Eben darum sei die Altenpflegebörse auch so wichtig. "Durch technische Hilfsmittel und flexiblere Arbeitszeiten hat sich in dem Beruf ja schon einiges gebessert. Das müssen wir den Leuten nur klar machen."

 

(Quelle: Osthessen-News vom 24.05.2018 (Text und Foto: Matthias Witzel)

 

 

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