Innenansichten – Außenansichten“: Ein Kunstprojekt gegen Arbeitslosigkeit

„Innenansichten – Außenansichten“ heißt eine Ausstellung mit Selbstporträts und Fotocollagen von Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, die jetzt im Kreisjobcenter eröffnet wurde. Die Arbeiten im Servicebereich der Behörde sind im Rahmen einer besonderen Maßnahme zur Integration langzeitarbeitsloser Frauen in den Arbeitsmarkt entstanden. Sie sind zugleich Teil des von der Kunststation Kleinsassen initiierten Projekts „SIE und ER – WER sind WIR?“.

Nach langer Arbeitslosigkeit wieder fit für den Job zu werden, dazu braucht es manchmal mehr als das obligatorische Bewerbungstraining oder den Lebenslauf-Check. „Gerade Frauen, die sich viele Jahre ausschließlich um Kindererziehung gekümmert haben, fällt es schwer, sich ihrer Stärken und Potenziale bewusst zu werden, um diese beispielsweise im Vorstellungsgespräch selbstbewusst nach außen tragen zu können“, sagt die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Fulda, Simone Stern. Mit ihrer Idee eines Kunstprojekts wollte sie das ändern. Vor zwei Jahren fand sie dafür beim kommunalen Kreisjobcenter überzeugte Unterstützer. Jürgen Stock, Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales des Landkreises freute sich über den großen Zuspruch bei der Eröffnung und betonte wie wichtig innovative Ideen sind, um Menschen wieder in Arbeit zu bringen.

Unter dem Titel „Innenansichten – Außenansichten“ waren neun langzeitarbeitslose Frauen eingeladen, sich bei einem Kunstkurs über zwölf Wochen einmal intensiv mit sich selbst zu beschäftigen. Künstlerin Christine Hartmann vom Atelier14, die schon seit vielen Jahren Malkurse in der Region Fulda gibt, leitete das Projekt und berichtete begeistert von der Motivation der Teilnehmerinnen. „Indem sie sich selbst gemalt und fotografiert haben, haben die Frauen gelernt, sich neu zu bewerten. Das hat ihnen zugleich neue berufliche und persönliche Perspektiven aufgezeigt.“ Viele von ihnen hätten direkt im Anschluss an die ungewöhnliche Integrationsmaßnahme des Jobcenters wieder eine Arbeit oder Ausbildungsstelle gefunden. Hartmann lud die Besucher der Ausstellung ein, bei den Kunstwerken ganz genau hinzusehen. Die Gemälde gewähren einen Blick in die Gefühlswelt und Lebensgeschichten der Frauen („Innenansichten“), während die Fotoarbeiten das zeigten, was von jedem zuerst gesehen wird („Außenansichten“). Sie alle haben eins gemeinsam: Sie zeigen starke und kreative Frauen, die selbst nach zum Teil traumatischen Ereignissen in ihrer Biografie wieder gelernt haben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.   

Die Bilder und Fotografien sind im Eingangsbereich des Kommunalen Kreisjobcenters zu sehen.

(Foto: N. Moalem)

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