Kreisjobcenter und Gemeinde Eichenzell starten „Regionalprojekt - Wohnen und Arbeiten in… Eichenzell“

Vor wenigen Tagen ist im Kultursaal des Eichenzeller Schlösschens der Startschuss für das „Regionalprojekt - Wohnen und Arbeiten in … Eichenzell“ gefallen. Das Projekt wurde vom Kreisjobcenter gemeinsam mit der Gemeinde auf den Weg gebracht.

Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger aus Eichenzell, die schon längere Zeit Arbeit suchen und SGB II-Leistungen beziehen, mit potenziellen Arbeitgebern aus der Großgemeinde in Kontakt zu bringen. In diesem Zusammenhang sollen auch neue Wege bei der Potenzialförderung und dem Networking eingeschlagen werden.

Neu ist, dass die Förderung in den Räumen der Gemeindeverwaltung stattfindet. Die arbeitssuchenden Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer werden über einen  Zeitraum von sechs Monaten gecoacht. „Wir beraten bei der Stellensuche, helfen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, erarbeiten, wie man sich bei Vorstellungsgesprächen präsentiert, und finden heraus, ob vielleicht noch Weiterbildungsmaßnahmen notwendig sind, um wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können“, erläutert Coach Ellen Brauner.

Der Arbeitgeberservice des Kreisjobcenters und die Gemeinde Eichenzell werben gemeinsam für das Projekt. Bürgermeister Dieter Kolb hält das Projekt, das Teil des Landesprogramms „Kompetenzen entwickeln – Perspektiven eröffnen“ ist und vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert wird, „für eine gute Sache“. „Ich glaube, dass die Gemeinde Eichenzell prädestiniert dafür ist, und hoffe, dass wir etwas Positives bewegen können.“ In der Großgemeinde leben laut Kolb derzeit 11.200 Menschen mit erstem Wohnsitz. Es gebe 786 Gewerbebetriebe und rund 4500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.

Ob sich vakante Stellen in der Gemeinde tatsächlich auch auf dem offenen Arbeitsmarkt wiederspiegeln, ist fraglich. Arbeitsvermittler Michael Stiehler spricht in diesem Zusammenhang von einem „grauen Arbeitsmarkt“. Das seien freie Arbeitsplätze, die nicht sichtbar würden. Denn insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sei der Aufwand bei der Personalsuche oft sehr hoch und kostenintensiv. „Deshalb nutzen Unternehmen vor Ort auch gerne die kostenfreien Dienstleistungen des Arbeitgeberservice sowie Empfehlungen oder Kontakte, wenn eine Stelle neu besetzt werden soll“, so Stiehler.

Projektkoordinator Florian Hütsch ergänzt: „Idealerweise finden über das neue Regionalprojekt Menschen aus dem SGB-II Leistungsbezug den Weg zurück auf den Arbeitsmarkt und Unternehmen neue Mitarbeiter, die von uns auf unterschiedliche Weise gefördert wurden und kurze Wege zur Arbeit haben.“ Ulrich Nesemann, Leiter des Fachdiensts Kommunaler Arbeitsmarkt beim Kreisjobcenter, sieht den erfolgversprechenden Ansatzpunkt jedenfalls darin, „dass Arbeitsuchende und Arbeitgeber mit offenen Stellen quasi vor der eigenen Haustür zusammengebracht werden.“ Die ersten Vertreter aus Unternehmen mit Sitz in der Großgemeinde haben sich bereits bei der Auftaktveranstaltung ein Bild von dem neuen Regionalprojekt gemacht und Interesse signalisiert. Weitere Unternehmen aus Eichenzell dürften, so die Projektinitiatoren, diesem Beispiel gerne folgen.

Info

Unternehmen aus der Großgemeinde Eichenzell können sich beim Arbeitgeberservice des Kommunalen Kreisjobcenters unter Telefon (0661)6006-8071 oder bei der Gemeindeverwaltung unter Telefon (06659)97939 melden.

(Text und Foto: D. Heydenreich)

 

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