ESF-Bundesprogramm trägt erste Früchte / Betriebsakquisiteure und Coach gehen neue Wege

Mitte des Jahres fiel beim Kreisjobcenter des Landkreises Fulda der Startschuss für das neue ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung Langzeitarbeitsloser. Im Rahmen des Programms werden Menschen, die länger als zwei Jahre arbeitslos und überwiegend älter als 35 Jahre sind, gefördert und begleitet. Gleichzeitig erfahren Betriebe, die dieser besonderen Klientel eine Chance geben, Entlastung durch Programmbausteine unterschiedlicher Art.

„Mit dem neuen Bundesprogramm versucht man, Vermittlungshemmnissen auf Arbeitnehmerseite und gewissen Vorbehalten auf Arbeitgeberseite entgegenzuwirken“, erläutert Projektleiter Markus Vogt. Ziel des Programms, das durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird, sei die nachhaltige Integration Langzeitarbeitsloser auf dem ersten Arbeitsmarkt. In den vergangenen Monaten wurden im Kreisjobcenter die entsprechenden Strukturen geschaffen, um eine intensive Betreuung und Beratung der Langzeitarbeitslosen sowie der Betriebe sicherzustellen. Ute Böhm und Harald Hahner sind die Ansprechpartner für die Unternehmen und kümmern sich um die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen, die die Kriterien für eine Teilnahme am ESF-Bundesprogramm erfüllen.

„Wir führen Gespräche mit den Teilnehmern, ermitteln ihre Stärken und versuchen bewerberorientierte Arbeitsstellen zu finden“, beschreibt Harald Hahner einen Teil des Aufgabengebiets. Der andere Teil bestehe darin, in Kontakt mit Betrieben zu treten und diese für die Chancen und Möglichkeiten, die das neue Bundesprogramm eröffne, zu sensibilisieren. Nach den ersten Monaten in der Praxis kann Ute Böhm bereits von Vermittlungserfolgen berichten. „Einige Unternehmer sind sehr offen für das neue Projekt und nutzen die Chance, das in den Langzeitarbeitslosen steckende Potenzial gemeinsam mit uns zu erarbeiten und für das Unternehmen zu entwickeln“, weiß die Betriebsakquisiteurin. Erste Vermittlungen seien in der Gastronomie, im Bewachungs- und Metallgewerbe, im Garten- und Landschaftsbau, in sozialen Einrichtungen sowie im Bürobereich erfolgt.

Nach den Vorbehalten potenzieller Arbeitgeber befragt, berichten Böhm und Hahner von Bedenken hinsichtlich fehlender persönlicher beziehungsweise fachlicher Fähigkeiten und Mobilitätseinschränkungen der Langzeitarbeitslosen. Exakt an diesen neuralgischen Punkten setzt das neue ESF-Programm an. Zum einen werden die Langzeitarbeitslosen gecoacht, zum anderen sind neben Lohnkostenzuschüssen auch arbeitsplatzbezogene Qualifizierungen sowie Mobilitätshilfen möglich. „Diese Bausteine ermöglichen eine Entwicklung des Teilnehmers, ohne den Arbeitgeber übermäßig zu belasten“, unterstreicht Harald Hahner. So werden die Teilnehmer ab dem ersten Tag ihrer Arbeitsaufnahme von Michael Lingner gecoacht. Bis zu fünf Stunden Einzelcoaching  pro Woche sind möglich. „Der Umfang richtet sich nach den individuellen Vermittlungshemmnissen, die gesundheitlicher, familiärer oder beruflicher Natur sein können“, erklärt Lingner, der den Entwicklungsprozess beobachtet, Schlüsselkompetenzen fördert und bei Problemen Hilfestellung geben und rechtzeitig gegensteuern kann.

„Wir wünschen uns Betriebe mit einer weitsichtigen Personalpolitik, die bereit sind,  Langzeitarbeitslose einzustellen und mit ihnen einen Entwicklungsprozess zu durchlaufen“, betont das dreiköpfige Team rund um Projektleiter Markus Vogt. „80 Vermittlungen mit langfristiger Integration“, so lautet das Ziel des Projektteams bis Sommer 2017. Das ESF-Programm selbst läuft bis Sommer 2020. Interessierte Betriebe können sich gerne mit Harald Hahner, Telefon (0661)6006-8057, oder Ute Böhm, Telefon (0661)6006-8056, in Verbindung setzen. 

(Foto: D. Heydenreich)

 

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